Wenn ein Netzwerk seine Aufgabe erfüllt hat
Nach sechs Jahren intensiver Aufbauarbeit steht das Companies & Returnships Network (CRN) vor einem bewussten Übergang. Der Vorstand hat den Mitgliedern vorgeschlagen, den Verein bis Ende 2026 geordnet abzuschliessen – ein Vorschlag, dem die Mitglieder an der Generalversammlung zugestimmt haben. Was auf den ersten Blick wie ein Ende wirkt, ist bei genauerem Hinsehen vor allem ein Zeichen dafür, dass sich das Umfeld verändert hat – und dass CRN seine Rolle als Impulsgeber erfüllt hat.
Das Thema Wiedereinstieg war in der Schweiz schon lange präsent. Was jedoch weitgehend fehlte, war ein gemeinsames Verständnis dafür, welchen konkreten Beitrag Unternehmen leisten können – insbesondere durch strukturierte Programme wie Returnships. Als CRN gegründet wurde, gab es nur eine Handvoll Unternehmen, die solche Ansätze verfolgten.
CRN ist angetreten, genau hier anzusetzen: durch Sensibilisierung, Austausch, Kooperationen und konkrete Impulse für Arbeitgeber, Politik und Bildungsinstitutionen. CRN hat dazu beigetragen, den Begriff und das Konzept von Returnships bekannter zu machen, Erfahrungen sichtbar zu machen und den Austausch zwischen Unternehmen zu stärken.
Mit der Zeit wurde der Fokus bewusst erweitert: weg von einer engen Definition einzelner Programme, hin zu einem breiteren Verständnis von beruflichem Wiedereinstieg und vielfältigen, flexiblen Karrierepfaden zurück in den Arbeitsmarkt. In den vergangenen Jahren konnten wir dazu beitragen, das Thema stärker auf die Agenda zu bringen, neue Narrative zu prägen und zahlreiche Partnerschaften aufzubauen.
Konkret hat CRN in dieser Zeit Studien, Werkzeuge und Veranstaltungsformate entwickelt, den Austausch zwischen Unternehmen gefördert und zahlreiche Wiedereinsteigende direkt oder indirekt unterstützt. Gemeinsam mit unseren Partnern konnten neue Modelle erprobt, Erfahrungen sichtbar gemacht und wichtige Impulse für Unternehmen, Politik und Bildungsinstitutionen gesetzt werden.
Heute ist das Umfeld ein anderes. Rund um den Wiedereinstieg ist ein vielfältigeres Ökosystem entstanden. Gleichzeitig zeigen sich weiterhin strukturelle Herausforderungen – etwa bei Weiterbildungsangeboten, institutioneller Verankerung oder den Erwartungen an Wiedereinsteigende. Diese Themen erfordern ein strukturelles und finanzielles Fundament, das ein kleiner, weitgehend ehrenamtlich geführter Verein langfristig nicht tragen kann.
Vor diesem Hintergrund hat sich der Vorstand für einen bewussten und transparenten Weg entschieden: nicht ein stilles Auslaufen, sondern ein geordneter Abschluss mit klaren inhaltlichen Ergebnissen. Im Jahr 2026 wird CRN seine Erfahrungen systematisch aufarbeiten und in Abschlussprodukten festhalten – unter anderem in einem Lessons-Learned-Dokument und einer vertieften Analyse des Wiedereinstiegs im KMU-Kontext.
Das Ziel ist klar: Das Wissen, die Netzwerke und die Erkenntnisse aus sechs Jahren CRN sollen weiterwirken. Denn eine der wichtigsten Lehren aus dieser Zeit ist, dass Wiedereinstieg kein Randthema ist – sondern ein strukturelles Thema, das langfristige Lösungen und institutionelle Verantwortung erfordert.
CRN wurde gegründet, um einen Impuls zu setzen. Dieser Impuls ist heute sichtbarer denn je. Und vielleicht liegt genau darin die grösste Wirkung eines Netzwerks: zu einem Zeitpunkt anzustossen, was notwendig ist – und loszulassen, wenn sich das Feld weiterentwickelt hat.
Im Laufe des Jahres 2026 wird CRN seine Abschlussarbeiten umsetzen, die wichtigsten Erkenntnisse aus den vergangenen Jahren aufbereiten und schrittweise mit Partnern und Öffentlichkeit teilen. Gleichzeitig bleibt der Verein bis Ende 2026 aktiv und wird sich weiterhin punktuell an Veranstaltungen und Diskussionen rund um das Thema Wiedereinstieg beteiligen.


